{"id":273,"date":"2024-09-12T15:37:53","date_gmt":"2024-09-12T15:37:53","guid":{"rendered":"https:\/\/suspicious-lederberg.195-242-103-108.plesk.page\/?page_id=273"},"modified":"2024-09-12T15:37:54","modified_gmt":"2024-09-12T15:37:54","slug":"gesetzte-farbe-malerei-im-kuhnakarium","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kuhna-stiftung.org\/index.php\/gesetzte-farbe-malerei-im-kuhnakarium\/","title":{"rendered":"Gesetzte Farbe. Malerei im Kuhnakarium"},"content":{"rendered":"\n<p>von Willi Kemp<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich vor vielen Jahren erstmals Bilder von Hermann-Josef Kuhna sah, haben sie mich nicht angesprochen. Ich konnte mit ihnen nichts anfangen. Es waren zwei kleine Bilder im Format von etwa 30 x 40 cm aus dem Jahr 1968, wie ich jetzt im Nachhinein festgestellt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00e4nderte sich, als ich Hermann-Josef Kuhna pers\u00f6nlich traf und in seinem Atelier Bilder aus einem Zeitraum von mehr als 35 Jahren sehen konnte. Ich wurde mit seiner Lebensgeschichte vertraut und lernte die Entwicklung seiner Kunst kennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hermann Josef Kuhna wurde am 31.12.1944 geboren. Im Alter von 8 Jahren f\u00fchrte ihn ein Verwandter in die Welt der Fossilien ein. Es gibt Bilder, die auf diese Passion hinweisen. So ist beispielsweise im Bild &#8222;Lias&#8220; von 2003 eine Muschel formbestimmend, die in der unteren Juraformation, einer geologischen Ablagerungsschicht, gefunden wird. Er sagte einmal nicht zu Unrecht, dass solch einfache Formen manchem Bildhauer als Vorbild dienen k\u00f6nnten. In seinem Werk ist ein Einflu\u00df dieser Urformen zu sp\u00fcren. Aber das bildete sich erst langsam heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Sch\u00fcler am humanistischen Gymnasium in K\u00f6ln hat er sich mit den Landschaften von Salomon Ruysdael und Arbeiten von van Gogh besch\u00e4ftigt und sich besonders mit dem Bild \u201eDie Br\u00fccke von Arles\u201c auseinandergesetzt. W\u00e4hrend seines Studiums an der Kunstakademie D\u00fcsseldorf hat ihn die Dynamik des Strichs, die Malspur in den Bildern von van Gogh fasziniert. Es sind diese heftigen Pinselschl\u00e4ge, die noch die Erregung des Malers vor seinem Motiv ahnen lassen, die Kuhna in den Bann zogen. Dabei wurde ihm auch klar, dass die Farbe eine Stofflichkeit besitzt und dass es m\u00f6glich sein m\u00fc\u00dfte, so zu malen, dass zum Beispiel die Farbe Wei\u00df &#8222;anfa\u00dfbar&#8220; wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Angeregt durch van Goghs Umgang mit der Farbe, begann Kuhna Mitte der 60er Jahre gro\u00dfformatige abstrakte Bilder zu malen. Daneben entstanden symbolgeladene farbige Zeichnungen und Bilder mit verschiedenen Gegenst\u00e4nden in surrealer Manier in einer spezifischen Farbigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt schon 1966\/1967 einen Vorgriff auf seine sp\u00e4tere Malerei, die eine rein rhythmisch orientierte, malerische Malerei ist. Die Struktur der Farbe beginnt eine zentrale Rolle in seiner Malerei zu spielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Malerei definiert sich \u00fcber ihre Elemente Farbe, Form und Inhalt. Wenn auch alle drei Elemente wichtig sind, so ist doch die Farbe das gro\u00dfe Thema von Kuhnas Malerei. Er erschafft mit der Farbe eine eigene Bilderwelt, die es in der realen Welt nicht gibt. Er hat mit der Farbe seine eigene Bildsprache gefunden und kann seine Farbvisionen gestalten und sich selbst damit auf eine einmalige Weise ausdr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Tubenfarben mischt sich der K\u00fcnstler seine \u00d6lfarben in Whiskygl\u00e4sern an. Bestimmt hundert solcher Beh\u00e4ltnisse stehen an seinem Arbeitsplatz, die im Laufe der Zeit andere Farbmischungen aufnehmen. Es sind Farbnuancen, die er in seiner Vorstellung hat, wie andere den Geschmack einer Speise, die durch das Hinzuf\u00fcgen von Gew\u00fcrzen eine bestimmte Note bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Farbe, das ist ein gro\u00dfes Mysterium. Man ben\u00f6tigt schon eine ungeheure Erfahrung und Kenntnis von Farben, um in der Vorstellung das Zusammenwirken von 10 und mehr verschiedenen Farbt\u00f6nen pr\u00e4sent zu haben, dann die Farben entsprechend diesem geistigen Bild zu mischen und schlie\u00dflich diese Idee im Bild zu realisieren. Man muss sich vorstellen, dass es physikalisch 7,5 Millionen Farbnuancen gibt, dass der Mensch physiologisch rund 245 Farbt\u00f6ne unterscheiden und die noch einmal in 10 verschiedenen Helligkeitsstufen wahrnehmen kann, so dass man rechnerisch auf 2.450 Farbnuancen kommt und dass sich die Farben in der Nachbarschaft von anderen Farben ver\u00e4ndern, dass sie sich \u00e4ndern im Laufe des Tages bei unterschiedlichem Licht, und dass sie sich subjektiv \u00e4ndern k\u00f6nnen mit unseren Stimmungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich war einmal dabei als er malte. Er hat eine pr\u00e4zise Vorstellung von seinem Bild, wenn er beginnt. Er hat das Bild in seiner Farbigkeit, seiner Gr\u00f6\u00dfe, seinem Format, im Kopf. Manchmal, eigentlich selten, kann sich das geplante Bild in eine andere Richtung bewegen. Der Maler antwortet auf seine Farbe, l\u00e4sst sich durch die Farbe animieren, folgt ihrer Forderung und entscheidet schlie\u00dflich, ob er das Bild mit dem durch die Farbe erzwungenen Wechsel, annimmt, um es dann so zu vollenden oder ob er neu beginnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr ein w\u00e4hrend des Malens ge\u00e4ndertes Bildprogramm: Kuhna malte an einem gelben Bild als in den Nachrichten von der Unterdr\u00fcckung einer Bev\u00f6lkerungsgruppe die Rede war, die zur Abgrenzung von einer ethnisch anderen Gruppe sich ein Mal auf die Stirn setzen musste. Kuhna hat im Bild mit dem Titel \u201eStigma\u201c diesen zun\u00e4chst nicht vorgesehenen Fleck in das Bild hineingemalt und ihm dadurch seine Identit\u00e4t verschafft. Aber das sind die Ausnahmen. Grunds\u00e4tzlich bleibt es beim Plan und der Durchf\u00fchrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Farben k\u00f6nnen auf der Palette gemischt werden und dann auf den Bildtr\u00e4ger aufgetragen werden. Schon die Neoimpressionisten haben um 1880 mit der M\u00f6glichkeit experimentiert, kleine Farbtupfen unvermischt nebeneinander auf die Leinwand zu setzen. Es bestand die Meinung, dass bei der Mischung der Farben auf der Palette leicht ein dumpfer Farbton entstehen k\u00f6nne. Werden die Farben dagegen separat aufgetragen, bleiben sie in ihrer Reinheit erhalten und bei Betrachtung aus einem gewissen Abstand mischen sich die Farben im Auge zum gew\u00fcnschten Farbton. Auf diese Weise strebte man ein klareres, strahlenderes, leuchtenderes Kolorit an. Kuhna sagte mir, dies sei ein Ger\u00fccht. Die Farben werden nicht brillanter, sondern milchiger.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist wichtig festzuhalten, dass Kuhna nicht vom Pointillismus herkommt. Kuhna ist kein abstrakter Neo-Neoimpressionist und kein Neu- oder Jung-Pointillist. Zwar mischt auch er seine Farben nicht auf der Palette, sondern setzt, genau so wie die Pointillisten, jeden einzelnen Farbton separat auf die Leinwand.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Kuhnas Malerei, und das ist der entscheidende Unterschied, ist eine strukturierende Malerei. Strukturieren hei\u00dft in diesem Zusammenhang: Bauen. Er baut seine Bilder aus Farbflecken nach einem wechselnden System auf. Ein Farbauftrag ohne systematische Ordnung w\u00fcrde nie zu einem k\u00fcnstlerisch vertretbaren Bild f\u00fchren. Kunst ist Ma\u00df. Kunst ist Ordnung. Durch die Systematik im Bild bilden sich Zentren und Farbstrukturen heraus, die dem Bild erst seinen Charakter verleihen. Das System flie\u00dft. Es ist nicht rektangul\u00e4r-geometrisch, sondern vegetativ bis floral aufgebaut. Das kann beispielsweise mit dem Aufbau der Panzerung eines Krokodils oder einer Eidechse verglichen werden. Auch hier ver\u00e4ndern sich Gr\u00f6\u00dfe und Farbe der einzelnen Panzerplatten vom Rumpf bis zum Schwanz und vom R\u00fccken bis zum Bauch st\u00e4ndig, organisch flie\u00dfend, fast unmerklich.<\/p>\n\n\n\n<p>Kuhnas Bilder sind organisiert wie ein lebendiger K\u00f6rper. Der K\u00fcnstler hat ihnen ein System eingehaucht, das aber nicht offensichtlich ist. Wenn es ein wirres Farbpunktspiel w\u00e4re, k\u00f6nnte man ein solches Bild nicht ansehen, es nicht ertragen. Erst durch die Rationalit\u00e4t, durch diese Systematik entsteht ein Bild, entsteht Malerei. Dieses System wechselt von Bild zu Bild, ist aber immer vorhanden. Vereinfacht gesagt, ist es die st\u00e4ndige Wiederholung einer Abfolge von Farbpunkten innerhalb eines beispielsweise handfl\u00e4chengro\u00dfen Leinwandst\u00fcckes. Da kann ein Schwarz im Norden, S\u00fcden, Osten und Westen dieses Feldes angelegt werden. Dann kann ein Rot folgen. Das Bild wird quasi in einem solchen System mit den Farben aufgebaut. Es ist mitnichten ein Punktieren, wie es einem gerade gef\u00e4llt. Die vorhandene innere Ordnung kann man zun\u00e4chst nicht erkennen. Man muss darum wissen, dann ist die Systematik zu ahnen. Nat\u00fcrlich wird sie nicht schematisch angewendet; da gibt es die kleinen Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten durch die Hand, die geringf\u00fcgig unterschiedlichen Pinselstriche. Der Farbauftrag ist mal mit dem vollen und einmal mit dem fast leeren Pinsel ausgef\u00fchrt. Alles das gibt ein Gewebe von Farbflecken, das eine Lebendigkeit ausstrahlt, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von der Farbe, lediglich hervorgerufen durch die Rhythmisierung der Fl\u00e4che, durch die systematisch angeordneten Farben. Die Farbflecken k\u00f6nnen unterschiedliche Formen annehmen. Da gibt es mehr oder weniger ausgebildete Punkte, Stabformen, Dreiecke, Blatt- und Tropfenformen, die sich zum Teil \u00fcberlagern und dadurch wieder eine andere Gestalt annehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was Kuhna mit dem getrennten Auftrag jeder einzelnen Farbe erstrebt und erzielt ist die Frische, die Ungebrochenheit und Leuchtkraft der Farbe. Das ist zwar ungeheuer zeitaufwendig und erfordert einen besonderen Farbsinn, um den Zusammenklang mehrerer Farbt\u00f6nen bereits im voraus zu beurteilen. Er reagiert mit Farbe auf Farbe und es ist wichtig f\u00fcr ihn, dass das Bild eine haptische Qualit\u00e4t bekommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Betrachtet man eine Kuhna-Arbeit, dann sp\u00fcrt man auch etwas von der enormen Konzentration, mit der der K\u00fcnstler sich mit seinem Bild besch\u00e4ftigt. Er hat mir einmal erz\u00e4hlt, dass er f\u00fcr ein 80 x 100 cm gro\u00dfes Bild etwa 70 Arbeitsstunden ben\u00f6tigt. Gut, der Zeitaufwand ist f\u00fcr die Frage nach KUNST nicht entscheidend. Dann braucht der K\u00fcnstler f\u00fcr diese Zeit nach M\u00f6glichkeit gleich bleibendes Licht. Wenn es dann einen langen Sonnentag gibt, dann arbeitet er wie ein Berserker und man kann ihn nicht hinter seiner Staffelei \u2013 meist h\u00e4ngen die in Arbeit befindlichen Bilder an der Atelierwand \u2013 hervorlocken oder er arbeitet die Nacht hindurch bei k\u00fcnstlichem Licht.<\/p>\n\n\n\n<p>Welch malerischer Reichtum ausgebreitet wird und welche innovative Kraft in den Bildern steckt, wird nachvollziehbar, wenn man sich die Entwicklung der zeitgen\u00f6ssischen Kunst der letzten 50 Jahre vor Augen f\u00fchrt: wie nach dem Informel der 50iger Jahre Zero kam und dann die Colourfield-Malerei, die Pop-Art, und andere Ismen aus den USA zu uns her\u00fcbergekommen sind, bis das Magisch- und Schamanische bei Joseph Beuys und die gegenst\u00e4ndliche Malerei bei den Neuen Wilden wieder auftrat. Diese malerische Malerei eines Hermann-Josef Kuhna ist in dieser Form neu in der Welt der Malerei. Es ist eine reine Farbmalerei, die selten in einer solchen Konsequenz verwirklicht worden ist. Die Farbe ist ein \u00fcberaus schwieriges Feld. Die Reihe der Meister einer reinen Farbmalerei ist daher nur kurz. Ohne auf Vollst\u00e4ndigkeit R\u00fccksicht zu nehmen, erw\u00e4hne ich Velazquez, Turner, Claude Monet, Henry Matisse, Barnett Newman, Mark Rothko, Gotthard Graubner und Kuno Gonschior.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Kuhna geht es um die pure Malerei mit assoziativen R\u00fcckverbindungen und er hat f\u00fcr sich, und das ist schon einmalig in der Kunst, durch das ganz bewusste Setzen mehrerer von ihm gemischten Farben, einen Farbraum entwickelt, der, wie in der Musik, unser Empfinden anspricht. Das kann sich zu einem Farbrausch steigern und aufgrund des Farbklimas oder auch aufgrund der Bildtitel bestimmte Assoziationen in Gang setzen. Farben k\u00f6nnen Erinnerungen evozieren, Farbe kann Stimmungen, Gef\u00fchle wecken, die vielleicht v\u00f6llig anders sind, als diejenigen, an die der K\u00fcnstler gedacht hat, als er dieses Bild malte. Das ist durchaus legitim. Ich darf noch einmal die Musik zum Vergleich heranziehen. Wenn ich im Konzertsaal sitze und Musik h\u00f6re, kann ich abschweifen, ich h\u00f6re die Musik ganz intensiv und bin doch mit meinen Gedanken in einer anderen Welt. Genau das kann einem vor den Bildern von Hermann Josef Kuhna auch passieren. Aber die Bilder sind mitnichten ein Vehikel f\u00fcr die \u00d6ffnung eigener Seinsweisen, sondern sie sind in erster Linie Malerei, die mit Farbe und Form, mit Ordnung und Zufall eine Fl\u00e4che strukturiert und gestaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im abstrakten Bereich geht es um die Rhythmisierung des Farbraums. Der Farbraum entsteht dadurch, dass bestimmte Farben zur\u00fccktreten und andere nach vorn kommen. Ein Beispiel aus dem Alltagsleben ist, dass Gr\u00fcn vorn und Blau hinten erscheint, was erkl\u00e4rt wird durch die Assoziation von Gr\u00fcn mit Wiese und Blau mit Himmel. In Wirklichkeit ist das viel komplizierter. Josef Albers hat ein umfangreiches Buch \u00fcber die \u201eInteraction of Color\u201c verfasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Auswahl und Setzung der Farbe bewirken, dass es im Bild einen farbigen Hintergrund, ein Grundklima, gibt und das sich darauf andere Farbelemente abheben. Dadurch entsteht eine r\u00e4umliche Tiefe. Im Raum steht eine Farbe optisch nicht neben, sondern vor oder hinter einer anderen Farbe. In \u201ewhite and other colours\u201c schwebt das Wei\u00df vor einem blau-gr\u00fcnen Bildgrund und erzeugt so eine r\u00e4umliche Wirkung.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich haben wir es mit einem flachen Bild zu tun. Wenn wir aber durch die Farbbehandlung des K\u00fcnstlers wahrnehmen, dass sich die Farben in einem Raum befinden, wenn wir also mindestens zwei Raumschichten erkennen, eine vorn und eine hinten, die jede f\u00fcr sich autonom ist, dann sind auch zwei unterschiedliche Bewegungen m\u00f6glich, n\u00e4mlich ein bestimmter Rhythmus auf der vorderen und ein anderes Rhythmus auf der hinteren Ebene. Durch unterschiedliche, gegebenenfalls gegens\u00e4tzliche Rhythmen, auf der vorderen und hinteren Ebene, wird das Bild dynamisiert. Es wirkt nicht starr und festgezurrt, sondern \u00e4u\u00dferst bewegt, lebendig und r\u00e4umlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Es kommt nicht darauf an, diese Malerei in ihrer Technik zu entschl\u00fcsseln. Das Bild strahlt etwas aus, und diese Ausstrahlung \u00e4ndert sich mit der eigenen Stimmung, aber sie \u00e4ndert sich auch mit dem unterschiedlichen Licht im Tagesverlauf. Dieses nicht ein-f\u00fcr-alle-mal Festgelegte ist das Gro\u00dfartige an der abstrakten Kunst im allgemeinen. Ich muss nicht immer wieder die Kuh auf der Wiese ansehen, sondern ich bin frei in meiner Gedankenwelt. Ein abstraktes Farbgeschehen auf der Leinwand kann mich zu v\u00f6llig anderen \u00dcberlegungen anregen oder zu fernen Welten forttragen, weil sich das Motiv nicht in den Vordergrund schiebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Kandinsky hat in seinem Buch \u201e\u00dcber das Geistige in der Kunst\u201c den Unterschied zwischen Malerei und Musik herausgestellt und dabei darauf hingewiesen, dass die Musik in der Zeitabfolge wahrgenommen wird und, dass im Gegensatz dazu, in der Malerei uns alles unmittelbar und zeitgleich vor Augen steht. In der \u00e4gyptischen Malerei kann man noch einzelne Szenen auf verschiedenen Bildebenen erkennen. Bis ins 19. Jahrhundert konnte man die Bilder mit den Augen abtasten. Bei Renoir zum Beispiel geht eine Frau mit einem bunten Schirm durch bl\u00fchende Wiesen. Selbst bei den Informellen ist die Bewegung der explodierenden Formen zu verfolgen und bei Zero-Arbeiten das Kreisen des Lichts beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Kuhnas Bilder sind nicht zeilenf\u00f6rmig lesbar, sie kommen wie ein Farbschwall auf einen zu. Man muss sich diesen Bildern stellen. Ab einer gewissen Gr\u00f6\u00dfe k\u00f6nnen sie einen \u00fcberw\u00e4ltigen. In ihrer spontanen Pr\u00e4senz sind sie einer Klangwolke vergleichbar, wie sie Ligeti komponiert hat. Dieser Wolkenvergleich ist insoweit zutreffend, als der Betrachter in einen Farbraum eintreten kann, von dem er umfangen wird. Andererseits ist der Vergleich auch wieder falsch, weil Nebul\u00f6ses, Wolkenhaftes in Kuhnas Malerei nicht vorkommt. Daf\u00fcr ist Kuhnas Malerei zu pr\u00e4zise.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Farbe ist die Form anzusprechen, wobei eine eindeutige Trennung zwischen Farbe und Form nicht m\u00f6glich ist, weil mit der Farbsetzung zugleich eine Form geschaffen wird. Diese Unterscheidung zwischen Farbe und Form soll nur dazu dienen, dasjenige herauszustellen, worauf das Augenmerk gerichtet ist: auf den Farb- oder den Form-Aspekt. So verstanden tritt Form in Kuhnas Bildern auf zweierlei Weise in Erscheinung: einmal im kleinteiligen Formelement, aus dem sich jedes Bild aufbaut und zum anderen in der gro\u00dfen Form, die das Bild beherrscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Form mu\u00df nicht ausschlie\u00dflich die abgezirkelte Linie sein, die eine Fl\u00e4che von einer anderen trennt. \u00dcblicherweise ist die Form eine mehr oder weniger deutliche Abgrenzung einer Fl\u00e4che. Das gibt es auch bei Kuhna, wenn Zeichen seine Malleinwand beleben. Das k\u00f6nnen abstrakte Farbelemente oder Abbreviaturen realer Gegenst\u00e4nde sein. Fossile Knochen tauchen im \u201eKuhnakarium\u201c auf, Steinformen im \u201eSteinbruch\u201c oder im \u201eWaschsalon\u201c werden sichel- und tropfenf\u00f6rmige Formelemente in einer kreisenden Form angeordnet, wodurch sich ein Drehmoment ergibt und der Eindruck von Bewegung entsteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die andere Form, die allein aus der Farbe erw\u00e4chst, ist der Farbrhythmus, der fast unmerklich die Fl\u00e4che belebt, der sie pulsiert, der an- und abschwillt. Die Farbe ist bei Kuhna gestaltet durch einen Rhythmus, durch ein Zusammenziehen an einer Stelle und ein sich Ausdehnen an einer anderen Stelle. Das kann atmen. Da gibt es Bilder, in denen sich Farbpartikel wie magnetisierte Eisensp\u00e4ne verhalten. Da gibt es ein Auf- und Abwogen, da sind Verdichtungen zu sehen und Entspannung. Diese formalen Manifestationen geschehen mit den Mitteln und durch das Medium Farbe. Diese rhythmischen Formen verlaufen weich und kaum merklich. Sie bilden keine scharfe Kontur.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese einfach aussehenden Strukturen haben etwas zu tun mit seiner Besch\u00e4ftigung mit Fossilien. Bei den Versteinerungen sind vergangene Strukturen des Lebens komprimiert im Stein; ehemalige Lebendigkeit ist konserviert in einer einfachen Struktur. Die Vielf\u00e4ltigkeit eines fr\u00fcheren Lebens ist zusammengepresst in eine Form, die weitgehend nur noch in Umrissen vorhanden ist, die vereinfacht und trotzdem wesentlich ist, weil das Wichtige erhalten, sichtbar bleibt und nur das Zuf\u00e4llige und Beil\u00e4ufige weggefallen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann mir vorstellen, dass dieses Denken in Elementarformen auch Kuhnas Malerei beeinflusst hat, in ihrer, auf den ersten Blick, formalen Einfachheit, in ihrer Reduktion auf das Wesentliche. Die gro\u00dfe, einfache Form in seinen Bildern, die sich aus einer F\u00fclle von Ur- oder Grundformen aufbaut, spiegelt auf einer abstrakten Ebene die Essenz von komplexem Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>So entsteht bei Kuhna ein schwingender Farbraum, der f\u00fcr mich ab einer bestimmten Gr\u00f6\u00dfe der Bilder einsetzt. Dann entfaltet sich durch die Farbe ein, Kandinsky w\u00fcrde sagen, &#8222;Vibrieren der Seele&#8220;. Da wird etwas angeschlagen, das innerlich klingt und das sich einer Beschreibung entzieht. Ich darf es wieder mit einem Beispiel aus der Musik umschreiben: durch die E-Musik werden wir angeregt. Es wird etwas in uns zum Klingen gebracht. Ein Hochgef\u00fchl kann sich einstellen. Wir k\u00f6nnen in einen Schwebezustand versetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Schluss muss noch das inhaltliche Element in den Bildern von Kuhna angesprochen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die k\u00fcrzlich verstorbene amerikanische Kunstkritikerin und Schriftstellerin Susan Sontag hat einmal gesagt, dass in der abstrakten Kunst der Inhalt die Form und die Farbe seien. Das ist richtig, weil sich die Abstraktion auf die eigentlichen Mittel der Malerei bezieht und somit Form und Farbe Ausdruckstr\u00e4ger des abstrakten Bildes sind. Einen erz\u00e4hlerischen Inhalt gibt es in dieser Kunst nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass das Bild trotzdem kein blo\u00dfes Form- und Farbspiel wird, h\u00e4ngt mit der Gestaltungskraft des K\u00fcnstlers zusammen, der seinem Bild und seinem Werk eine bestimmte inhaltliche Bedeutung verschaffen muss, die nicht im Narrativen liegt. Das ist oft eine \u00fcbergeordnete Idee, die das ganze Werk durchzieht. Von da her erlangt dann jedes Bild seinen Rang und seine Bedeutung und damit auch seinen Inhalt im weiteren Sinne. Hieraus erw\u00e4chst dann auch die Einmaligkeit und Konsequenz eines Werks, weit entfernt von jeder Beliebigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Kuhna beschr\u00e4nkt sich nicht auf Form und Farbe. Seine Bilder sind immer inhaltlich bedeutsam. Das hei\u00dft aber nicht, dass Kuhna mit seinem Bild eine Geschichte erz\u00e4hlen will. Inhalt ist zu verstehen als der Niederschlag des gelebten Lebens auf dem Bild und die aktive Reaktion auf unsere Umwelt im weitesten Sinne, einschlie\u00dflich der jeweiligen politischen Situation, auch wenn der Betrachter dies nicht immer erkennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob der K\u00fcnstler das offen legen will, ist seine Sache. Nicht immer ist er dazu bereit. Er hat sich mit Mimikry, der Tarnung in der Pflanzen- und Tierwelt besch\u00e4ftigt und daraus gelernt, wie man im Bild etwas verstecken kann. Er sagt: wenn der literarische Aspekt gestalterisch verschl\u00fcsselt ist und daher nicht offen zu Tage tritt, bedeutet dies noch lange nicht die Abwesenheit von Inhalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Nachverfolgen des bildnerischen Ausl\u00f6sers ist letztendlich f\u00fcr die Kunst auch nicht entscheidend. Das verarbeitete Erlebnis ist Ausgangspunkt f\u00fcr sein Bild und nur als Ausl\u00f6ser zu verstehen, denn dann erfolgt das Arbeiten nach bildimmanenten Gesetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man sich seine Bildtitel ansieht, ist in einigen F\u00e4llen zu erkennen, was ihn bewogen hat, zum Pinsel zu greifen: Da wird Landschaftliches thematisiert in Bildern wie \u201eHorizont\u201c, \u201eWiesenb\u00f6schung\u201c, \u201eKr\u00e4henland\u201c, \u201ePenang\u201c, \u201eEifel\u201c oder \u201eVon der Donaubr\u00fccke aus gesehen\u201c, eine Stadtsilhouette taucht auf im Bild \u201edowntown\u201c, die Bewegung wird herausgestellt in Bildern wie \u201eLapin agil\u201c, &#8222;Window\u201c, \u201eSchulweg\u201c \u201eWaschsalon\u201c \u201eInteraktion\u201c der \u201eStr\u00f6mung\u201c oder \u201eIntercity\u201c. Die Naturbeobachtung und seine Liebe zur Pal\u00e4ontologie kommt zum Ausdruck in Bildern mit Titeln wie \u201eK\u00f6lner Geologe\u201c, \u201eSteinbruch\u201c, &#8222;fossil dragon\u201c, &#8222;Kuhnakarium\u201c und &#8222;Lias&#8220;. Quirliges Leben in \u201eJakarta\u201c, Stimmung in \u201eHeure bleu\u201c oder \u201eGood morning Malaysia\u201c und Textur in \u201eSilk\u201c. In der &#8222;Gro\u00dfen Vietnam-Tafel&#8220; wird die Helligkeit, das Sonnendurchflutete der Landschaft mit der Farbe Gelb zum Ausdruck gebracht. Reines Gelb, sagte Goethe in seiner Farbenlehre, steht dem Licht am n\u00e4chsten. Die hellblauen \u00fcber das Bild verstreuten Flecken erinnern an die Spiegelungen auf der Wasseroberfl\u00e4che, an diesen Lichteffekt auf dem Wasser. Dieses Flirren hat etwas von Quecksilber, und dieses Unfassbare wird durch die gleiche Helligkeit von Gelb und Hellblau erzielt, die vom Auge schwer unterscheidbar ist, weil ein Helldunkel-Kontrast fehlt. Und die leicht gerundeten Dreiecke stehen in Zusammenhang mit den gro\u00dfgewachsenen, schlanken Frauen, die in d\u00fcnnen, fast durchsichtigen Kleidern aus Seide, mit einem wiegenden Abrollschritt \u00fcber den Sandstrand laufen, die Bambusstange auf den Schultern, die Getr\u00e4nke, Zigaretten oder Obst verkaufen wollen. Der Rhythmus im Bild, der durch solche Farb- und Formelemente erzeugt wird, evoziert die sanften, immer gleichen Bewegungen des Wassers am Meeresstrand. Das sind keine Interpretationen zu diesem Bild von mir, sondern \u00c4u\u00dferungen des K\u00fcnstlers, als wir \u00fcber dieses Bild sprachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Erstaunlich ist, dass Kuhna mit seiner Farbmalerei auch in der Lage ist, politisch brisante Bilder zu malen. Ihm gelingt das, indem er in das Farbklima, das die Grundstimmung andeutet, entsprechende, lesbare Zeichen einbettet, die in Verbindung mit dem durch die Farbe erzeugten Klima eine ganz bestimmte Aussage transportieren. Ich denke an das Bild \u201eDeutschland fertig\u201c, das nach den Ausschreitungen in Hoyerswerda entstand, als Ausl\u00e4nderwohnungen brannten oder an \u201epolitics in arts\u201c, das durch ein Raster an eingez\u00e4unte Bereiche denken l\u00e4\u00dft und an den \u201eGro\u00dfen Platz\u201c, dem Platz des himmlischen Friedens in Peking, auf dem 1991 Demonstranten erschossen wurden, an die im Bild mit roten Lack-Flecken erinnert wird, die das Licht besonders stark reflektieren und so immer frisch aussehen und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Struktur des Platzes wird durch die schwarzen Striche nachgebildet und die gr\u00fcnen Flecken sind ein Zeichen der Hoffnung. Da wird deutlich, dass die Farbe auch in ihrer symbolischen Bedeutung verwendet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau so wichtig ist f\u00fcr ihn die Vermittlung von Atmosph\u00e4re, von W\u00e4rme, von K\u00fchle, von Bewegung und sprudelnder Kraft. Da ist eine Ergriffenheit vor der Sch\u00f6nheit und W\u00fcrde des Lebens zu sp\u00fcren, die wiederum etwas zu tun hat mit der Besch\u00e4ftigung mit der Pal\u00e4ontologie, die das Wissen um die Verg\u00e4nglichkeit des Seins f\u00f6rdert. Sie lassen das Empfinden sp\u00fcren, welches man hat, wenn man einen Stein anfasst, wenn man durch dichtes Laub geht. Da gibt es vielf\u00e4ltige Erlebnisse, Erinnerungen, Sehereignissen, die gar nicht mehr im einzelnen zu identifizieren sind, die sich dann als Summe in einem Bild als ein Grundklang von Farbe und Form niederschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle diese Bilder, die in dieser Ausstellung h\u00e4ngen, sind in langer Arbeit entstanden. Es ist eine hochkomplexe Malerei aus im Grunde einfachen Grundformen und einer F\u00fclle von Farben. Jedes einzelne Bild vermittelt f\u00fcr sich in seinem Farbklang und seiner Formenwelt eine ganz bestimmte Stimmung und Empfindung. Wollte man dem Rechnung tragen, m\u00fcssten einzelne R\u00e4ume geschaffen werden und jeder der hier Anwesenden sollte dann allein dem Bild gegen\u00fcbertreten. Das w\u00e4re eine ideale Ausstellungssituation, in der es zu einem Zwiegespr\u00e4ch zwischen Bild und Betrachter kommen kann. Da die Bilder keine Geschichten erz\u00e4hlen, nichts au\u00dfer ihrer eigenen Sensibilit\u00e4t preisgeben, mu\u00df der Betrachter sich auf sie einlassen. Er sollte die Bilder auf sich wirken lassen, so wie er im Konzertsaal die Musik aufnimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Ausstellungser\u00f6ffnung mit vielen Menschen ist denkbar ungeeignet, eine solche Zwiesprache aufkommen zu lassen. Sie kann nur den Zweck haben, sich \u00fcber das Schaffen des K\u00fcnstlers zu informieren. Mit ihren unterschiedlichen Farbkl\u00e4ngen und ihrer unterschiedlichen Ausstrahlung h\u00e4ngen die Bilder hier nebeneinander. Das kann zu einem Wechselbad der Gef\u00fchle werden. Man sollte versuchen, jedem Bild einzeln gegen\u00fcberzutreten, um ihm gerecht zu werden. Ich w\u00fcnsche Ihnen dazu die erforderliche Konzentration.<\/p>\n\n\n\n<p>Willi Kemp, Juni\/Dezember 2005<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Willi Kemp Als ich vor vielen Jahren erstmals Bilder von Hermann-Josef Kuhna sah, haben sie mich nicht angesprochen. Ich konnte mit ihnen nichts anfangen. Es waren zwei kleine Bilder im Format von etwa 30 x 40 cm aus dem &hellip;<\/p>\n<p class=\"read-more\"> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/kuhna-stiftung.org\/index.php\/gesetzte-farbe-malerei-im-kuhnakarium\/\"> <span class=\"screen-reader-text\">Gesetzte Farbe. Malerei im Kuhnakarium<\/span> Weiterlesen &raquo;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-273","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kuhna-stiftung.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/273","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kuhna-stiftung.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kuhna-stiftung.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kuhna-stiftung.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kuhna-stiftung.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=273"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kuhna-stiftung.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/273\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":275,"href":"https:\/\/kuhna-stiftung.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/273\/revisions\/275"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kuhna-stiftung.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=273"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}